Papayas Reisetagebuch 

Erster Eintrag:

 

Ich war gerade auf dem Rückweg von der Insel der Stürme. Die See war diesmal etwas unruhig, einer meiner beiden neuen Lehrmädchen wurde übel. Ja, ich habe zwei neue Lehrmädchen. Die beiden waren noch etwas schüchtern, schließlich reisen sie zum ersten mal fern ihrer Heimat. Aber es erwartet sie eine gute Ausbildung, das schien sie zu motivieren.
Der Seegang wurde schlimmer uns wir gingen unter Deck. Ich erzählte den Mädchen Geschichten, um sie etwas abzulenken. Auf einmal hörte ich draußen einen Matrosen schreien: "Land in Sicht!"
Ich ging hoch. Es ward schon Nacht geworden und die See war ruhig und der Himmel klar. Man konnte deutlich die Sterne funkeln sehen. Und es war nur ein Wölkchen am Himmel.
Ich folgte dem Fingerzeig des Matrosen und sah eine kleine Insel im Meer ruhen. Es wirkte wie eine einladende Bucht, fast schon romantisch. Wäre mein Mann jetzt nur dabei.
Der Kapitän beschloss, in der Bucht zu ankern und faselte irgendetwas im Seemannsjargon. Ich verstand nicht viel, aber verstand, dass irgendetwas kaputt war.
Ich beschloss, mir die Insel bei Nacht anzusehen. Es war so idyllisch, ausserdem hatte ich die Weissagung einer sehr lieben Freundin im Kopf.
Im Beiboot ließ ich mich also zur Insel rudern. Als ich meinen Fuß darauf setzte, meinte ich, die Schönheit fühlen zu können. Es war perfekt. Ich sah grüne Flächen, einen schemenhaften Wald, der bei Tag bestimmt herrlich war und in ein paar Kilometern Entfernung vernahm ich die Silhouette eines kleinen Berges. So wie es schien hatte hier noch niemand einen Fuß drauf gesetzt.
In meinen Kopf kam der Gedanke, hier eine Kolonie zu errichten. Die Porta Fortuna Nova. Oder so ähnlich.
Ich genoss noch ein wenig die Ruhe.
Zurück an Bord ließ ich den Navigator die Koordinaten notieren und nach einer kurzen Schlafpause ließ ich mich nochmals zur Insel rudern und hisste die Flagge der Paladine des Glücks.
Als wir wieder in See stachen machte ich mich sofort an die Planung für die neue Kolonie. Meine beiden Lehrmädchen fingen jetzt schon an zu lernen.

 

Zweiter Eintrag:

Das Convent war also vorüber. Ich hatte zwar nicht viel davon, immerhin konnte ich am Märkischen Rat teilnehmen. Falcors Tod trifft mich doch schwerer als gedacht. Er fehlt dem Orden. Die Bei’Yun waren wohl auf dem Convent. Angeblich sind sie jetzt fort. Wir wären es nicht wert, hatten sie gesagt. Ihr Wahnsinn und ihr verschobenes Denken machen sie unberechenbar.

Ich hoffe, ich habe jetzt ein Problem weniger. Es ist schon schwierig genug, meine geliebten Menschen von irgendwelchem Blödsinn abzuhalten und es ist noch viel schwieriger, für Fräulein Klaras Sicherheit zu sorgen.

So kam es also, dass ich mich direkt nach dem Convent zur Kolonie aufmachte, diesmal mit Fräulein Klara, Handwerkern und Baumaterial. Ich könnte schwören, der Weg war letztes Mal länger, aber das heißt ja bei mir nichts.

Ebenso hätte ich schwören können, dass die Insel das letzte Mal nicht so weit aus dem Wasser herausragte. Als wir in die Bucht einfuhren, ragten rechts und links etwa zehn Meter hohe Klippen in die Höhe.

Na ja, letztes Mal war es ja fast dunkel.

Wir gingen vor Anker und die Handwerker entluden das Schiff. Klara brauchte einen ganzen Tag, um wieder ihre normale Gesichtsfarbe anzunehmen. Ich könnte schwören, sie hat die ganze Zeit vomitiert.

Es sollte so langsam Gestalt annehmen. Bis zum Sommer muss alles fertig sein. Ich hatte mit Fräulein Klara abgemacht, dass ihre große Weinverkostung hier stattfinden sollte. An einem Ort, den bisher nur wenige kennen. Alles für ihre Sicherheit.

Ich mache mir ernsthafte Sorgen um sie. Sie zieht Ärger an, wie das Licht die Mücken.

Ich schickte zwei Kartographen los, das Eiland zu erkundigen. Ich erwarte sie in wenigen Tagen zurück.

Erste Karte der Porta Fortuna N

Dritter Eintag:

 

Die Insel ist kartographisiert. Klein, aber fein. Die Kartographen berichteten von einem zugewucherten und verschlammten Tor auf der Bergspitze. Klara gab Anweisungen, eine Warnung davor zu nageln: Nicht öffnen! Wenn sie meint, sie kennt sich ja damit aus. Es gab hier also einmal eine Zivilisation. Vielleicht finden wir noch mehr von ihnen und erfahren einiges über sie. Vielleicht existieren sogar noch welche von ihnen? Vorausgesetzt natürlich, sie sind uns freundlich gestimmt.

Die Handwerker sind schnell und gut. Ich habe sogar einen Zwerg vom Clan der Silberfäuste dabei. So dickköpfig und verschroben sie auch sind, es ist immer praktisch, einen Zwerg dabei zu haben (Zitat eines Zwergs, Barnabas um genau zu sein).

Ein paar Hütten stehen schon und der Pier ist auch schon fast erbaut.

Ich bin zuversichtlich, dass alles bis zum Sommer fertig ist.

Ich warte noch auf Murgrim. Als ich ihm erzählte, dass dort ein Berg steht, war er sofort Feuer und Flamme und möchte einen Stollen in diesen Berg schlagen. Ebenso erwarte ich die Ankunft von Veritas, der dort ein Sommerhaus errichten möchte.

Neuigkeiten

Aktuell wird der Internetauftritt überarbeitet!

 

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© Sabrina Wislaug